Die Logopädieausbildung erfolgt in einer staatlichen Berufsfachschule oder in einer privaten Schule. Sie dauert drei Jahre und schließt mit der Prüfung zum/r staatlich geprüften Logopäde/in ab.

Neben der Vermittlung der theoretischen Kenntnisse zur Medizin und Therapie werden Praktika in Logopädie-Praxen und in Kliniken absolviert. Über 80 Schulen in Deutschland bieten die Logopädenausbildung an; die meisten davon sind privat geführt.

Die Ausbildung zum Logopäden ist eine Besonderheit im deutschsprachigen Raum, denn in Österreich und in der Schweiz kann man nur durch ein Studium Logopäde werden.

Voraussetzungen

Für eine Logopädenausbildung ist ein mittlerer Bildungsabschluss Voraussetzung. Schüler mit Hauptschulabschluss können unter Umständen ebenfalls zur Ausbildung zugelassen werden, wenn sie bereits eine Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer abgeschlossen haben.

Weiterhin wird ein ärztliches Attest über die Eignung für die Arbeit als Therapeut benötigt sowie meist auch ein phoniatrisches Gutachten. Es soll bestätigen, dass die Stimme und der Hörsinn einwandfrei funktionieren. Dazu wird via Laryngoskopie der Kehlkopf untersucht und wird ein Hörtest gemacht. Das Gutachten erstellt ein Phoniater, ein Facharzt für Kommunikationsstörungen, und muss selbst bezahlt werden.

Einige Schulen führen zusätzlich zur schriftlichen Bewerbung einen Eignungstest durch. Häufig werden auch erste praktische Erfahrungen, z.B. in Form eines Praktikums oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres, gefordert.

Ausbildungsinhalte und Prüfungen

Theoretische und praktische Inhalte der Ausbildung zum Logopäden sind u.A.:
  • Aufbau Erkrankungen der Sprech-, Stimm- und Hörorgane
  • der Aufbau der Kauorgane, Missbildungen und kieferorthopädische Maßnahmen
  • Phonetik und Linguistik
  • Formen des Verlusts von Sprachverständnis und Sprechvermögen
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Neurologie)
  • Pädaudiologie (Hörstörungen erkennen und behandeln)
  • Anamnese und Befunde
  • die Planung und Durchführung einer Therapie
  • die postoperative Behandlung
  • der Umgang mit kranken und behinderten Menschen
  • die Beratung von Angehörigen

Daneben gibt es Schulungen in Stimmbildung, Sprecherziehung und musikalischer und rhythmischer Erziehung. Berufs- und Gesetzeskunde stehen ebenfalls auf dem Stundenplan.

Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung ist die regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme an allen Ausbildungsveranstaltungen sowie dem praktischen Teil der Ausbildung. Außerdem muss ein Nachweis über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs vorliegen.

Die Grundlage für die staatliche Prüfung bildet das Gesetz über den Beruf des Logopäden, genauer die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopäden (LogAPrO). Darüber hinaus können die einzelnen Bundesländer eigene Regelungen haben. Die Abschlussprüfung umfasst drei Teile: einen mündlichen, einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Letzterer besteht aus der Behandlung eines unbekannten Patienten (Anamnese, Diagnose und Entwurf eines Behandlungsplans).

Um mit einer Logopädieausbildung aus Deutschland in Österreich arbeiten zu können, wird eine Berufszulassung benötigt, die beim österreichischen Bundesministerium für Gesundheit beantragt werden kann.

Finanzierung

Die Logopädieausbildung wird nicht vergütet, weil es sich um eine schulische Ausbildung handelt. Die Kosten für Lernmittel, Berufskleidung und eventuelle Fahrtkosten müssen also selbst getragen werden. Dazu kommen an privaten (und einigen wenigen staatlichen) Schulen die monatlichen Schulgebühren sowie oftmals Prüfungs- und Anmeldegebühren.

Wie bei anderen Ausbildungen auch, ist es möglich, staatliche finanzielle Unterstützung zu beantragen:

  • Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG): Das Schüler-BaföG muss normalerweise nicht zurückgezahlt werden, weil es sich um einen sogenannten Vollzuschuss handelt. Abhängig von den konkreten Eigenschaften der Schule kann es aber sein, dass trotzdem nur ein Teildarlehen erfolgt. Das bedeutet dann, dass die Hälfte des Darlehens zurückgezahlt werden muss. Die Höhe der monatlichen Unterstützung ist abhängig vom Einkommen der Familie.
  • Der Bildungskredit der Bundesregierung: Er richtet sich an Schüler und Studierende, die am Ende ihrer Ausbildung stehen. Volljährige Schüler können so maximal während der letzten 24 Monate der Ausbildung unabhängig vom Einkommen unterstützt werden. Die Höhe des gesamten Kredites beträgt dabei maximal 7200€; die Auszahlung, ebenso wie die Rückzahlung, erfolgt in monatlichen Raten. Im Unterschied zum BaföG ist der Kredit jedoch nicht zinsfrei.
  • Kindergeld
  • In einigen Fällen ist es möglich, Wohngeld zubeantragen.

Bei der Beantragung muss mit einer langen Wartezeit auf die Bewilligung eines Antrags gerechnet werden. Sobald also der Ausbildungsplatz bestätigt ist, sollte auch der Antrag gestellt werden.

Nach der Ausbildung: Der Berufseinstieg als Logopäde

Nach der Logopädieausbildung kann man als selbstständiger oder angestellter Logopäde in einer Praxis, in Rehabilitationseinrichtungen, interdisziplinären Therapiezentren oder Krankenhäusern arbeiten. Eine psychologische Praxis oder ein sozialpädiatrisches Zentrum kommen ebenfalls in Frage. Wer sich auf Kinder als Patientengruppe spezialisieren möchte, kann sich auf Einrichtungen für hör- und sprachbehinderte Kinder, Förderschulen oder spezielle Kindertagesstätten konzentrieren.

Ein Schwerpunkt in einem bestimmten therapeutischen und medizinischen Bereich kann nach der Ausbildung durch sogenannte Anpassungsweiterbildungen gesetzt werden. Man kann sich beispielsweise auf die Förderung der Sprachentwicklung, auf Prävention, auf die Behandlung von Aphasikern oder auf die Patientengruppe der Kinder fokussieren.

Für weitere Qualifikationen oder die Vertiefung einzelner Themen ist nach einer abgeschlossenen Logopädieausbildung auch ein Studium möglich. Unter Umständen geht das auch ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung, was jedoch von der entsprechenden Hochschule individuell entschieden wird.