Die meisten Menschen mit Down-Syndrom verfügen über ein gutes Sprachverständnis. Entwicklungsstörungen zeigen sich dagegen häufiger beim Sprachausdruck. Hier setzt die Logopädie an und fokussiert mit speziellen Therapieangeboten gezielt auf Defizite im Vokabular, der Grammatik und der Artikulation bei Patienten mit Down-Syndrom.
In diesem Artikel erfahren Sie alles über die Symptome der Sprachentwicklungsstörungen beim Down-Syndrom (eine weitere übliche Bezeichnung ist Trisomie 21) und mit welchen Methoden und Therapien der Logopäde Ihres Vertrauens dagegen vorgehen kann.

Gebärdenunterstützte Kommunikation kann die Verständigung von Menschen mit Down-Syndrom begünstigen. © panthermedia.net / DenysKuvaiev
Das Down-Syndrom ist durch eine Störung der Chromosomen gekennzeichnet. Normalerweise ist die menschliche Erbinformation auf 46 Chromosomen (23 Chromosomenpaare) gespeichert. Bei einer Trisomie 21 existieren jedoch 47 Chromosomen, weil das 21. Chromosom dreimal vorkommt.
Das Down-Syndrom ist keine Erbkrankheit, denn kein Elternteil trägt die Genmutation in seiner DNA. Der Grund ist ein Fehler bei der Aufteilung der Chromosomenpaare während des
Reifens einer Eizelle. Das Risiko einer solchen fehlerhaften Reifung und somit das Erkrankungsrisiko eines Kindes steigt mit dem Alter der Mutter an.
Als Erster hat der englische Apotheker und Neurologie John Langdon-Down diese Krankheit beschrieben, die nach ihm als Down-Syndrom benannt wurde.
Handverlesene Literatur über das Down-Syndrom
Das Aussehen der Betroffenen weist bestimmte Charakteristika auf:
Gesundheitliche Auffälligkeiten:
Hinzu kommen Beeinträchtigungen der Sensorik (Sinneswahrnehmungsvorgänge) und Sensomotorik (das Zusammenspiel sensorischer und motorischer Leistungen). Auch das Sozialverhalten unterscheidet sich von dem nicht erkrankter Menschen. Betroffene sind die meiste Zeit fröhlich und aufgeweckt, reagieren sehr positiv auf Musik und können generell sehr gut sozial und emotional interagieren.

Frühzeitige Sprachtherapie bei Down-Syndrom-Patienten kann Betroffenen das spätere Leben erleichtern. © Marcel Jancovic – shutterstock.com
Die kindliche Entwicklung inklusive der Sprachentwicklung ist verlangsamt. Bezüglich der Sprache tauchen vor allem in der Sprachproduktion Störungen auf, wohingegen das Sprachverstehen gut ist.
Dennoch sind die Reaktionen während des Kommunizierens verlangsamt und es fällt Betroffenen oft schwer, Blickkontakt aufzunehmen.
Als Unterstützung bei der Verständigung von Kindern kann zunächst die Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) dienen.
Symptome der Sprachentwicklungsstörungen und -verzögerungen beim Down-Syndrom
Nicht nur die Sprachfähigkeit, sondern auch die Sprechfähigkeit und somit die Artikulation können bei Menschen mit Trisomie 21 durch eine orofaziale Störung beeinträchtigt sein. Die häufigsten Störungsbilder:
Bei Kindern mit Down-Syndrom sollte die logopädische Therapie im Säuglingsalter beginnen. Dabei wird vorrangig an einer Förderung der mundmotorischen Fähigkeiten gearbeitet. Dies fördert die sprachliche Kommunikationsfähigkeit im ganzen weiteren Lebensverlauf und kann je nach organischen Voraussetzungen eine bessere Verständlichkeit bewirken.
Auch organische Seh- und Hörstörungen sollten früh behandelt werden. Denn umso gesunder das Seh- und Hörvermögen der Kinder ist, umso besser verläuft ihre Sprachentwicklung.
In schweren Fällen ist das Anbahnen der verbalen Kommunikation nur in geringem Maße, manchmal auch gar nicht möglich. Doch hier können Kommunikationsstrategien erarbeitet werden. Beispielsweise durch computergestützte Kommunikation mit sogenannten „Talkern“ oder der Anbahnung bestimmter nonverbaler Kommunikationsmittel (Gebärdenunterstützte Kommunikation, Zeichensystem).