Studierende der Logopädie werden nicht nur auf den Beruf vorbereitet, sondern lernen außerdem die Welt der Forschung und der Wissenschaft kennen. Bisher gibt es in Deutschland wenige grundständige, dafür aber immer mehr Duale Studiengänge, die Ausbildung und Studium verbinden. So wird das beste aus beiden Ausbildungswegen kombiniert.

Bachelorstudiengänge dauern in der Regel sieben Semester, also dreieinhalb Jahre. Im Dualen Studium verlängert sich das etwas. Masterstudiengänge dauern normalerweise vier Semester, also zwei Jahre. Das Studium wird sowohl an Fachhochschulen als auch Universitäten angeboten. Ein universitäres Studium ist auch in Teilzeit oder an entsprechenden Einrichtungen als Fernstudium möglich.

Voraussetzungen

Voraussetzung für ein Studium ist immer eine Hochschulzugangsberechtigung, die man mit dem (Fach-)Abitur automatisch erhält. Sie kann aber auch durch den Abschluss einer schulischen Ausbildung, beispielsweise zum Erzieher, erlangt werden. Teilweise werden erste praktische Erfahrungen für die Zulassung zum Logopädiestudium gefordert, z.B. in Form eines Vorpraktikums oder eines Freiwilligen Sozialen Jahres.

Fast alle Hochschulen führen zur Auswahl ihrer Studierenden einen Eignungstest durch, um zu überprüfen, ob die Bewerber auch wirklich zu dem Fach passen. Außerdem sind gute Englischkenntnisse immer praktisch für ein Studium, um Fachliteratur zu verstehen, die es nicht auf Deutsch gibt.

Studieninhalte

Das Logopädiestudium besteht aus Veranstaltungen zu den einzelnen Störungsbildern, zu Teilbereichen der Humanwissenschaften und zur Therapie. Jede Hochschule setzt etwas andere Schwerpunkte, aber an den meisten werden Veranstaltungen aus diesen Teilgebieten angeboten:
  • Phonetik, Phoniatrie und Neurologie
  • Psychologie, Soziologie und Pädagogik
  • (Psycho-)Linguistik
  • Gesprächsführung und Beratung
  • Auswahl, Anwendung und Interpretation von Diagnostikverfahren
  • Evidenzbasierte Therapie
  • Statistik
Am Ende des Studiums steht ein Praxissemester, das auch die Grundlage für die Abschlussarbeit bildet.

Masterstudiengänge vertiefen das Wissen aus den Bachelorstudiengängen und setzen Schwerpunkte zur Spezialisierung auf ein bestimmtes akademisches oder therapeutisches Gebiet. Masterprogramme werden an Fachhochschulen und Universitäten angeboten. Seit der Bologna-Reform ist es dabei egal, an welcher Hochschule man seinen Bachelor gemacht hat.

Finanzierung

Wie bei jedem Studium gibt es diverse Möglichkeiten der Finanzierung, die oft auch miteinander kombiniert werden können.
  • Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG): Die Höhe der monatlichen Unterstützung ist abhängig vom Einkommen der Familie. Es handelt sich dabei um ein Teildarlehen, d.h. von der Gesamtsumme muss später die Hälfte zurückgezahlt werden.
  • Ein Studienkredit: Er ist bei staatlichen oder privatwirtschaftlichen Anbietern in verschiedenen Varianten verfügbar. Informiere dich genau, welche Art von Kredit am besten zu dir passt. Im Unterschied zum BaföG ist ein Studienkredit nämlich nicht zinsfrei.
  • Ein Nebenjob: als einzige oder zusätzliche Geldquelle. Im Idealfall kann er sogar etwas mit dem Studium zu tun haben bzw. auf den späteren Beruf vorbereiten.
  • Stipendien: Sie werden von Stiftungen und sozialen oder parteinahen Organisationen angeboten, die jeweils eine bestimmte Gruppe von Studierenden anspricht. Informationen gibt es direkt an der Hochschule.
  • Kindergeld
  • In einigen Fällen ist es möglich, Wohngeld zu beantragen.
Wer finanzielle Unterstützung beantragen kann und möchte, muss mit einer langen Wartezeit auf Bewilligung des Antrags rechnen. Sobald also der Studienplatz bestätigt ist, sollte der Antrag gestellt werden.

Neben dem Beruf zu studieren kann auch eine Finanzierungsmöglichkeit darstellen. Vor allem bei Masterstudiengängen zur Weiterbildung bietet sich das an.

Nach dem Studium: Der Berufseinstieg als Logopäde

Mit einem Bachelorabschluss kann man als selbstständiger oder angestellter Logopäde in einer Praxis, in Rehabilitationseinrichtungen, interdisziplinären Therapiezentren oder Krankenhäusern arbeiten. Eine psychologische Praxis oder ein sozialpädiatrisches Zentrum kommen ebenfalls in Frage. Wer sich auf Kinder als Patientengruppe spezialisieren möchte, kann sich auf Einrichtungen für hör- und sprachbehinderte Kinder, Förderschulen oder spezielle Kindertagesstätten konzentrieren.

Das weiterführende Masterstudium qualifiziert für eine Karriere in der Forschung oder für eine Tätigkeit in der Lehrlogopädie.