Der Therapieansatz nach van Riper ist eine der bekanntesten Therapieformen aus dem Bereich der Stottermodifikation. Hierbei wird keine neue Sprechweise erarbeitet, sondern ein besserer Umgang mit der natürlichen. Viele Stotterer umgehen „schwierige“ Wörter oder versuchen Blockaden mit Gewalt zu durchbrechen. Das macht das Sprechen beschwerlich. Ziel ist es, ohne Vermeidungsstrategien und ohne Anstrengung mit den Unterbrechungen im Sprechfluss umzugehen. Das ist für Sprecher wie Zuhörer angenehmer.

Die Therapie gliedert sich in vier Phasen:

  1. Identifikation

Wahrnehmung und Selbsterkenntnis werden geschult und die genauen Symptome festgestellt: So lernen Therapeut und Stotterer das individuelle Störungsbild genauer kennen.

  1. Desensibilisierung

In dieser Phase werden die Angstgefühle vor dem Stottern abgebaut, damit es dem Stotterer möglich wird, bewusst in sein Sprechverhalten einzugreifen.

  1. Modifikation

Nun soll am Sprechverhalten in einer Stottersituation gearbeitet werden. Durch neue Techniken lernt der Stotterer sich aus Blockaden herauszuziehen (Pullout) und schließlich von vornherein besser auf erwartbares Stottern zu reagieren (Preparatory Set). Das Sprechen wird in dieser Phase meistens viel flüssiger.

  1. Stabilisierung

Die Stabilisierungsphase ist eine Art Nachsorge, in der die eingeübten Muster verfestigt werden und versucht wird, einem Rückfall entgegenzuwirken.

Wie bei allen Stottertherapien ist es unwahrscheinlich, dass bei Erwachsenen das Stottern vollständig geheilt werden kann. Viele erreichen aber trotzdem eine gewisse Verbesserung und einen entspannteren Umgang mit ihrer Sprechweise.