Eine Lähmung (Parese) der Gesichtsmuskulatur entsteht durch eine Schädigung des Gesichtsnervs (Nervus facialis) oder der Bereiche des Gehirns, die die Gesichtsmuskulatur steuern. Betroffene können Teile ihres Gesichts dann nicht mehr bewegen. Das Risiko einer Gesichtslähmung nimmt mit steigendem Alter zu und ist während einer Schwangerschaft erhöht.

Fazialisparese Mann mit halbseitiger Gesichtslähmung

Fazialisparesen können halbseitig sein, beide Gesichtshälften betreffen oder nur die untere Gesichtshälfte in Mitleidenschaft ziehen. © panthermedia.net / sframe


Arten der Fazialisparese

Je nach Ausmaß und Ursache der Schädigung spricht man von verschiedenen Arten der Fazialisparese:
  • Peripher: Schädigung oder Störung des Gesichtsnervs, meist einseitige Lähmung
  • Zentral: Schädigung im Gehirn, Lähmung zumeist der unteren Gesichtshälfte (v.a. Muskulatur im Mundbereich; Stirnrunzeln ist möglich)
  • Total: beide Gesichtshälften sind betroffen
  • Partiell: eine Gesichtshälfte ist betroffen

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Ursachen einer Fazialisparese

Etwa zwei Drittel der Fälle von peripherer Gesichtslähmung sind idiopathisch, d.h. ihre Ursache ist nicht bekannt. Sie wird wahrscheinlich von Herpes-Viren hervorgerufen und verschwindet normalerweise von selbst. Suchen Sie dennoch bei Lähmungserscheinungen im Gesicht immer sofort einen Arzt auf. Denn falls eine Ursache ausgemacht werden kann, verspricht eine frühzeitig begonnene Behandlung die beste Heilung.

Mögliche Ursachen für eine periphere Gesichtslähmung sind:

  • Infektion (Borrelien, Varicellazoster-Viren)
  • Verletzung der Nervenzellen
  • Diabetes mellitus
Eine zentrale Gesichtslähmung kann auch durch einen Gehirntumor oder durch einen Schlaganfall verursacht werden.

Bei Neugeborenen können die Lähmungserscheinungen durch Druck auf den Gesichtsnerv bedingt sein, der während der Geburt oder durch die Position des Fötus in den letzten Schwangerschaftstagen entstehen kann.

Symptome einer Fazialisparese

  • Die Stirn kann nicht mehr gerunzelt werden (bei peripherem Typ)
  • Die Augen/ein Auge können/kann nicht oder nur noch teilweise geschlossen werden
  • Der Mund kann nicht oder nur noch teilweise geschlossen werden
  • Herabhängender Mundwinkel
  • Es ist schwer, die Nase zu rümpfen
  • Hinter dem Ohr ist das Empfinden beeinträchtigt
  • Schmerzen hinter dem Ohr
  • Störung des Schmeckens
  • Überempfindlichkeit für Geräusche
  • Weniger Tränen- und Speichelflüssigkeit

So sieht die Behandlung von Gesichtslähmungen aus

Das Ziel der Behandlung ist es, die Funktion der betroffenen Region(en) wiederherzustellen.

Dies geschieht mit Hilfe von Medikamenten (z.B. Kortison), Muskelmassagen und dem Training der betroffenen Muskulatur durch Logopäden.

Auch zu Hause vor dem Spiegel kann (und sollte) viel geübt werden, z.B. mit folgenden Bewegungen:

  • Ansaugen und Aufblähen einer oder beider Wangen
  • Mundwinkel nach oben, nach unten und zu den Seiten ziehen
  • Einen Kussmund machen
  • Lippen zusammenpressen, auseinanderziehen, übereinander stülpen
  • Vorschieben und Herunterziehen der Unterlippe
  • die Oberlippe hochziehen
  • Zunge nach links und rechts in die Wangen bewegen
  • Zunge in der Längsachse verdrehen
  • Rümpfen der Nase
  • Auseinanderziehen der Nasenflügel
  • Hochziehen und Zusammenziehen der Augenbrauen
  • Die Augen zukneifen

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